Törnberichte 2010

Süd Holland 07.08.10 - 28.08.10

Dieses Jahr wollen wir eigentlich den Törn vom letzten Jahr erneut fahren. Allerdings war es unser Ziel, ein wenig weiter zu fahren als im letzten Jahr, da wir wegen etlicher technischer Defekte einige Tage im Hafen verbringen mussten. Vor dem Urlaub habe ich die Technik auf Vordermann gebracht. Alle Schwachstellen sind beseitigt. Auch auf Petras und Peters Boot ist das neue Getriebe eingebaut. Zum Glück war es in den USA auf Lager. Dank Umstellung des Kühlschranks auf Gas, wenn wir ohne Landstrom sind, gibt es auch kein Stromproblem mehr. Falls es doch mal eng wird, haben wir einen neuen Honda 10i Generator mit. Damit sind wir für alle Fälle sicher. Das gute Wetter im Juli hat uns Hoffnung gegeben, dass es in diesem Jahr ein schöner August wird. Doch in diesem Jahr gab es das schlechteste Urlaubswetter seit langem. Dadurch sind wir nicht wirklich viel weiter gefahren. Der Frust sitzt tief. Im nächsten Jahr werden wir mal wieder in den Süden fliegen und dafür den Törn entsprechend verkürzen.

08.08.2010 Am Samstag sind wir angekommen und haben erst mal das Boot eingeräumt. Heute am Sonntag fahren wir noch nicht los. So bleibt genug Zeit alles vorzubereiten. Alles staunt als wir Wasser tanken. Das Wasser läuft und läuft. Der Tank wird einfach nicht voll. Stattdessen kränkt das Boot nach Steuerbord. Ich suche nach dem Grund und finde einen bisher unentdeckten Tank hinter der Sitzecke im Salon. Jetzt haben wir drei Wassertanks im Boot. und brauchen während des gesamten Urlaubs, sowie dem Rest der Saison kein Wasser mehr zu bunkern. Um das Boot wieder gerade auszurichten muss ich ein paar Ballastgewichte im Heck umsortieren. Am Abend gehen wir, wie im letzten Jahr, zum Spare-Rips Essen in den Nachbarhafen. Dort gibt es jeden Sonntag All-you-can-eat.

 

09.08.2010 So, die Fahrräder sind vorne auf dem Boot fest gezurrt. Es bleibt aber noch genügend Platz um bei Anlegemanövern drum herum zu laufen. Dann geht es endlich los. Ich nehme auf meinem neuen Bootsmannsstuhl Platz. Er ist nicht mehr so sperrig wie der Andere, sodass wir mehr Platz am Steuerstand haben um abends gemütlich zu sitzen.

 

The same Procedure as every year. Auch dieses Jahr ist unser erstes Etappenziel Almere Haven. Zuerst müssen wir aber erst mal durch die Nijkerkersluis. Man merkt, dass es noch mitten in der Saison ist. Es ist richtig viel los. Wir müssen warten. Ohne Probleme kommen wir dann aber weiter. Am frühen Nachmittag und 51 km später erreichen wir Almere. Peter ist mit nur einer Maschine gefahren, da auf der Anderen der Kühlwasserschlauch abgesprungen ist. Der Schaden ist aber schnell repariert. Das Wetter ist noch richtig gut. So machen wir Picknick auf der Hafenmole. Am Abend steht noch der obligatorische Besuch des Pannekoekschip an.

 

10.08.2010 Abfahrt 8.00 Uhr Richtung Muiden. Sonne, gefühlte 19°. Es geht weiter durch die Schleuse in Muiden auf die Vecht. Vorbei am Holzschuhsegelboot. Jahr für Jahr liegt es dort. Ich bin mal gespannt, ob es irgendwann mal verkauft wird. Aber wer braucht schon ein Holzschuh als Segelboot? Es würde uns fehlen.

 

Kurz hinter dem Holzschuh bei Nigtevecht geht es auf den Amsterdam Rijnkanaal. Um Zeit zu sparen fahren wir nicht weiter die Vecht runter, sondern nehmen den schnellen Weg über den Amsterdam Rijnkanaal. Zwischen Vecht und Kanal gibt es keine Schleuse. Es herrscht der gleiche Wasserstand. Der Kanal ist gut befahren. Drei Stunden lang müssen wir das Geschaukel ertragen. Der Kanal ist nicht so gefährlich wie viele glauben. Mit genügend Abstand zum Ufer besteht keine Gefahr. Nur die Wackelei beim Fahren ist schon nervig. Nach drei Stunden biegen wir in den Merwede Kanal in Richtung Nieuwegein ab. Direkt nach der Einfahrt kommt die Zuidersluis. Zu unserm Tagesziel ist es nun nicht mehr weit.

 

Noch durch Nieuwegein und vier Brücken weiter, dann sind wir im Jachthafen Hatenboer. Es ist die Basis von Yachtcharter Hatenboer. Da fast alle Schiffe vermietet sind, können wir hier bequem übernachten. Die Gebühren sind günstig und der Strom ist im Preis enthalten. Die Mitarbeiter sind sehr freundlich. Es gibt hier auch Diesel. Auch die Sanitären Anlagen sind einfach aber sauber. Hier kann man zwar nicht auf Romantik machen, aber praktisch ist der Hafen.

 

11.08.2010 In der Nacht hat es geregnet, aber heute Morgen geht es bei Sonnenschein weiter in Richtung Lek. Wir müssen kurz vorher noch die Koninginnesluis durchqueren. Diese hat ihre besten Tage schon hinter sich. Danach geht es quer über den Lek wieder in den Merwedekanal.

 

Und schon müssen wir an der nächsten Schleuse warten. Nach der Schleuse geht es durch Vianen weiter den Kanal entlang. Der Merwedekanal ist zwar recht schön, aber doch eintönig. Regelmäßig kommt eine Brücke, die für uns geöffnet werden muss. Kurz vor Gorinchem kommt auch noch eine Eisenbahnbrücke, die nur zweimal in der Stunde öffnet. Da muss man pünktlich sein.

 

Erst in Gorinchem wird die Landschaft wieder interessanter. Wir fahren direkt an den Wohnungen vorbei und können fast auf den Kaffeetisch schauen. Wir fahren bis zur Grote Merwedesluis. Dort heißt es wieder warten. Dann geht es auf die Boven Merwede.

 

Wir fahren ca. 6 km Talfahrt auf der Boven Merwede, bis sich der Fluss teilt. Wir biegen auf die Nieuwe Merwede und fahren noch ca. 1 km weiter. Dann geht es durch die Biesboschsluis in den Steurgat. Kurz vorm Biesbosch finden wir einen schönen Wasserrastplatz, der unser Nachtlager wird. Bisher sind wir gut voran gekommen. Auch das Wetter ist noch gut. Wir können mal wieder grillen.

 

12.08.2010 Wir bleiben noch einen weiteren Tag hier auf dem Wasserrastplatz. Wir haben jetzt die Insel für uns alleine. Es bleibt Zeit zum Angeln. Doch außer einer Brasse geht hier nichts. Dank Generator haben wir auch keine Angst mehr vor Stromproblemen. Das Wetter schlägt auch um. Es regnet fast den ganzen Tag. Erst am späten Abend, zum Grillen, wird es wieder besser. Doch die ersten Vorboten der Schafskälte ziehen schon am Horizont auf.

 

13.08.2010 Wir fahren durch den Biesbosch. Hier ist es teilweise recht flach. Aber mit GPS-Navigation ist das überhaupt kein Problem. Zusätzlich liefert das System auch die Geschwindigkeit und auch die Gesamtkilometer.

 

Unser Ziel ist der Jachthaven Crezee in Lage Zwaluwe. Das sind nur 13 km. Nach 90 min sind wir bereits am Ziel. Hier haben wir im letzten Jahr drei Tage gelegen, weil unser Anlasser defekt war und ausgetauscht werden musste. Als erstes gehen wir an die Tankstelle. Peter tankt 360 Liter vom guten Super. Wir tanken aus Sympathie auch ein paar Liter Diesel. Nötig wär es eigentlich nicht. Man erinnerte sich sogar an uns. Wir bekommen drei Liegeplätze direkt nebeneinander im Außenhafen, da wir am nächsten Tag gleich weiter fahren wollen. Hier sind die sanitären Anlagen alt und hässlich, aber wenigstens sauber. Im Yachthafen gibt es einen Bootszubehörladen. Er hat fast alles was ein Bootsfahrerherz begehrt. Es ist schwierig hier kein Geld auszugeben. Wir haben ein kleines Leck im Schlauch vom Kühlwassersystem. Hier nutze ich die Zeit um den Schlauch zu ersetzen. Am Abend geht es dann in das Restaurant "De Zwaluvse Hoeve" in Lage Zwaluwe in dem wir im letzten Jahr gut gegessen haben. Wir sitzen draußen, doch es wird merklich kühler.

 

14.08.2010 Wir fahren weiter nach Willemstad. Es ist eine kleine Festungsstadt. Aus der Luft sieht die Form der Stadtmauern wir ein Stern aus. Die Fahrt nach Willemstad ist sehr schön. Die Sonne scheint. Doch nachdem wir an unserm Liegeplatz fest gemacht haben wird der Wind so langsam stärker. Am späten Nachmittag ist es dann, trotz Sonne und 32° richtig stürmisch. auf dem Wasser. Die Information beim Hafenmeister weist Sturm für die nächsten Tage aus. So entschließen wir uns noch eine Nacht zu bleiben. Nach und nach legen immer mehr Boote im Hafen an und gehen ins Päckchen. Am späten Nachmittag sind wir richtig eingekeilt.

 

Am Abend gehen wir zu Jimmy's essen. Der Laden ist das einzige relativ günstige Restaurant/Bar in Willemstad. Das Bora Bora nebenan ist eine bessere Imbissbude. Die gehören aber zusammen, denn das Jimmy's hieß früher auch Bora Bora.(Kann man sich mit Google Street View anschauen) Das Essen im Jimmy's war aber wirklich gut. Auf dem Weg zum Restaurant kommen wir am Stadthafen vorbei. Hier geht es richtig ab. Auf der Hafenpromenade tobt der Bär. Auch ein ganzer Bootsclub aus England ist mit seinen Booten angereist.

 

15.08.2010 Die ganze Nacht hat es geregnet und bei Peter gab es einen Wassereinbruch wegen falsch geschlossener Luke. Am nächsten Morgen tatsächlich Sturm (bis Windstärke 7) und wir beschließen noch eine Nacht zu bleiben. Da wir einen Tag im Hafen verbringen, habe ich etwas Zeit um mich um die Rostbekämpfung zu kümmern. Einige dicke Roststellen stören doch schon gewaltig. Im Hafen kann man auch einige lustige Boote bestaunen. Abends gehen wir wieder zu Jimmy's essen. Es ist kalt geworden. Das Restaurant ist voller, da heute niemand mehr draußen sitzt. Auch heute schmeckt es wieder lecker zu einem angemessenen Preis.

 

16.08.2010 Auf Grund des stürmischen Wetters fahren wir nicht weiter in Richtung Oosterschelde. Wir wollen trotzdem ans Meer. So entscheiden wir uns für die Weiterfahrt über das Hollands Diep und Haringsvliet bis zur Küste. Es ist bedeckt aber wenig Wind. Abfahrt in Richtung Nordsee. Um 10.00 Uhr und gefühlten 22° brechen wir auf zur Marina Stellendam. Dabei fahren wir richtig in das schlechte Wetter hinein. Am Ende sieht man den Haringvlietdam. Dahinter beginnt die Nordsee.

 

Nach dem wir bei viel Wind angelegt haben, geht es auf die Räder zum Einkaufen und die Gegend erkunden. Wir holen trotzdem die Fahrräder raus und fahren in das Zentrum von Stellendam. Die Fußgängerzone ist nicht länger als 10 Meter. Wir wollen weiter zum Strand, doch auf dem Weg dahin fängt es an zu regnen. So drehen wir um und fahren am Fischereihafen vorbei. Wir haben Glück. Wie fast überall im Fischereihafen, gibt es auch hier einen Fischimbiss. So machen wir Rast und es gibt Kibbeling zum Abendessen, nur Marina macht eine Ausnahme und isst eine Scholle.

 

17.08.2010Die Marina Stellendam, so direkt an der Schleuse zur Nordsee, ist eher eine Marina für Segelboote. da fallen wir mit unseren Booten schon aus dem Rahmen. Auf Grund des anhaltend starken Windes beschließen wir noch einen Tag in der Marina Stellendam zu bleiben. Wir hoffen für die nächsten Tage auf besseres Wetter und wollen Morgen weiter fahren. Marina und ich wollen mit den Fahrrädern nach Hellevoetsluis. Das wäre sonst ein Ziel auch mit dem Boot gewesen. Wir wollen uns wenigstens anschauen was wir verpasst haben. Die Anderen bleiben an Bord. Der Weg führt uns über den Haringvlietdam. Wenn die Tore offen sind gibt es einen direkten Zugang zur Nordsee. Dadurch ist auch das Binnenwasser salzig. Man merkt auch die Gezeiten bis weit ins Hinterland.

 

Hellevoetsluis ist auf jeden Fall eine Reise wert. Die Zufahrt am Leuchtturm führt zum Passantenhafen mit Stromanschluss. Weiter durch vor der Brücke, liegt ein altes Hafenviertel mit diversen Restaurants, Eisdielen und Kneipen. Zur Belohnung für die Fahrtradtour bekommt Marina hier erst mal ein dickes Eis. Ein großer Bootsladen und ein Angelladen sind auch gleich um die Ecke. Das Zentrum ist etwas weiter entfernt. An der anderen Zufahrt muss man durch eine Schleuse in den Kanal und kann dann bis vor ein großes Einkaufszentrum fahren.

 

Vor dem Shoppingcenter ist direkt ein Steg zum Anlegen. Hier gibt es zwar keinen Strom, aber sonst fast alles andere. Man kann hier den ganzen Tag shoppen. Vom Inneren des Centers kann man direkt auf den Kanal und den Steg schauen. Das wäre ein interessanteres Übernachtungsziel gewesen, als die Marina Stellendam. Na vielleicht in einem anderen Jahr. Wir haben etwas zu lange geshoppt. Es fängt an zu regnen. Regen, heftigen Gegenwind und am Damm auch noch ziemlich bergauf. Die Rückfahrt mit Marina zur Marina wird zur Kraftanstrengung. Durchnässt kommen wir am Boot an. Das soll Urlaub sein?

 

18.08.2010 Das schlechte Wetter bleibt. Wir haben es nicht geschafft mal zum Strand zu kommen. Am frühen Morgen verlassen wir die Marina Stellendam. Das schlechte Wetter bleibt. Es geht zurück in Richtung Biesbosch. Ab jetzt beginnt die Rückfahrt unserer Tour. Vom eigentlichen Ziel des Törns sind wir unendlich weit weg. Schade. Unser Tagesziel ist die Marina Geertruidenberg. Zurück fahren wir an Hellevoetsluis vorbei. Man sieht den Leuchtturm an der Einfahrt zum Passantenhafen. Die Einfahrt zum Steg am Shoppingcenter ist weiter rechts. Wir fahren weiter Richtung Hollands Diep. In der Ferne sieht man wie die Autobahnbrücke der A29 geöffnet wird um einen großen Segler durchzulassen.

 

Das Wasser ist ziemlich kabbelig. Bei dem Wind ist es schwierig Kurs zu halten. Auf Höhe des Industriegebiets von Moerdijk gibt es wieder Temperaturalarm auf der Waverunner. Peter fährt nur noch mit der BB-Maschine weiter. Wir beschließen wieder Creeze anzulaufen, da es hier einen Bootszubehörladen gibt. Wie zu erwarten war wieder der Kühlwasserschlauch abgesprungen. Zum Glück gibt es hier extra starke Edelstahlschellen.

 

Wir bleiben in Creeze. Allerding bekommen wir keine Liegeplätze im vorderen Hafen. Wir müssen ganz durch den Tunnel bis in den hinteren Hafen hinein. Der Vorteil ist, dass es zum Hafenrestaurant 't Roer Om nur ein paar Meter sind.

 

19.08.2010 Abfahrt gegen 10:00 Uhr in Richtung Geertruidenberg. Das schlechte Wetter hat sich zum Glück wieder verzogen. Gegenüber dem Kraftwerk von Geertruidenberg ist die Einfahrt in den für uns noch unbekanntes Teil vom Biesbosch. Auf der Karte sind dort reichlich Rastplätze und Strände eingezeichnet. Es ist ein Labyrinth aus ganz vielen kleinen Kanälen.

 

Ein ist kleiner Irrgarten. In Natur sieht das anders aus wie auf der Karte. Ohne GPS würden wir die Rastplätz gar nicht finden. Man sieht an der roten Spur, dass wir tatsächlich alle Rastplätze angefahren haben. Allerdings ist alles schon überfüllt und wir wollen das Gebiet schon wieder verlassen, als wir doch noch den schönen Rastplatz "De Vlei" finden. Es ist die Insel Nummer 3. Dort machen wir fest, verbringen den Rest des Tages dort und Grillen am Abend. Angelmäßig läuft, trotz schöner Stelle, wieder nix.

 

20.08.2010 Abfahrt, bei sonnigem Wetter, wieder gegen 10:00 Uhr auf dem Steurgat in Richtung Werkendam. Dort geht es nach der Schleuse auf die Boven Merwede in Richtung Gorinchem.

 

Wir schauen mal in den Jachthafen Sleeuwijk gegenüber von Gorinchem rein. Doch hier ist es uns zu nobel. Nur Riesenyachten Wir fahren weiter nach Gorinchem rein. Aber hier ist nicht zu bekommen. Die Brücke zum Passantenhafen ist für uns zu niedrig. dahinter, in Arkel finden wir den fast perfekten Yachthafen. Es ist die WSV "De Goors". Tolle Anlagen, ebene Wiese vor dem Boot, dahinter das Flüsschen Linge zum Angeln. Toll. Zum Abendessen fahren wir mit den Rädern rund 500m nach Arkel zum Chinesen. Leider war das nur mittelmäßig. Wir legen am Abend die Angeln raus und bei mir beißt in der Nacht einen Luxusfisch. Selten und noch dazu groß. Eine 58 cm Schleie.

 

21.08.2010 Am Morgen ist tolles Wetter, doch noch vor der Abfahrt zieht das Wetter zu, es wir bewölkt. Tagesziel ist Nieuwegein und dort wieder der Yachthafen Hatenboer. An der Schleuse in Vianen müssen wir warten. Es kommt uns ein dicker Pott entgegen. Er passt soeben durch das Schleusentor. Interessant ist das der Bootsmann die Kommandos über das gleiche Handfunkgerät sendet, das wir auch benutzen. So können wir mit hören: " links, links rechts, links....". Mit ein paar falschen Befehlen könnten wir das Ding gegen die Wand fahren. Im Yachthafen von Hatenboer liegen nur ein paar Charteryachten, die nicht vermietet wurden. Im Winter ist der ganze Hafen voll. Sie haben eine ganze Menge davon. Auf unserem Törn begegnen uns reichlich dieser Schiffe.

 

Mit den Fahrrädern geht es in die Stadt zum Einkaufen zum Ergänzen der Vorräte. Nach 10 Metern aber ist es erst mal vorbei. Marinas Kette liegt auf der Straße. Für den Abend suchen wir im Internet ein Griechisches Lokal raus. Wir haben Glück, es ist nur 2 Km entfernt. Das Essen war reichlich und auch nicht zu teuer. Den Abend lassen wir an Bord der Maxi ausklingen.

 

22.08.2010 Noch durch Nieuwegein und die Schleuse, dann sind wir wieder auf dem Amsterdam-Rhijn-Kanaal. Tagesziel ist ein Wasserrastplatz an der Vecht. Nacht ca. 1 Stunde auf dem Rhijn-Kanaal, nehmen wir die erste Abbiegemöglichkeit auf die Vecht. Die Durchfahrt durch die Brücke zur Vecht treibt mir jedes Mal den Schweiß auf die Stirn. Es sind nur wenige Zentimeter Luft. Daher lassen ich den Frachter auf dem Kanal erst mal vorbeifahren und drehe noch eine Ehrenrunde, denn bei Wellenschlag möchte ich nicht unter der Brücke sein.

 

Dieses Jahr machen wir am letzten Wasserrastplatz vor Leeuvenburg fest. Die Rastplätze hatten wir im letzten Jahr gesehen, aber nicht fest gemacht. Gekocht wird am Bord. Auch die Angeln werden ausgelegt und ich fange recht früh gleich noch meinen ersten Hecht in diesem Jahr!! Das lässt hoffen, doch vergeblich. Kein weiterer Fisch geht mehr an die Angel. Am Abend fängt es an zu Regnen und regnet fast die ganze Nacht.

 

23.08.2010 Das Tagesziel Heute sind die "Loosdrechtse Plassen" Das sind nur 2 Stunden Fahrzeit incl. Brücken und einer Schleuse. Um 10:00 Uhr fahren wir bei bedecktem Himmel los. Danach zieht es wieder zu. Günter wechselt von der Flybridge zum Innenfahrstand weil es inzwischen angefangen hat zu regnen. Die Einfahrt in den Plassen und die Querung zur Marina "De Vrijbeuter" ist ungemütlich. Hier hilft uns das GPS wieder um auf direkten Weg anzufahren. Das Anlegen, bereits bei heftigem Wind und Regen, gelingt mir nur mit Hilfe des Hafenmeisters. Der Wind ist stärker als Bug-und Heckschraube.

 

Beim Anlegebier denken wir aber noch an nichts Böses. Doch dann geht der Sturm erst richtig los. Peters Boot liegt mitten in Wind und Wellen. Wir haben Mühe das Boot so fest zu machen, dass es nicht aufs Ufer hüpft. Nur mit Hilfe der Gummidämpfer in den Seilen ist es einigermaßen sicher. Das sind mit Sicherheit schon Sturmböen in Spitzen bis 8 oder mehr, es ist echt heftig. Wir hoffen auf Wetterberuhigung gegen Abend, umlegen möchte Peter bei diesem Wetter nicht mehr.

 

Die Sonne kommt etwas mehr raus. Der Wind bleibt aber. Am Abend gehen wir noch in der Nachbarmarina zu Fuß im Restaurant "De Otter" essen. Die Karte ist extrem kurz, dass erleichtert die Auswahl. So isst die Mehrheit mal wieder Spare-Ribs.

 

Bei einem Cocktail auf unserem Boot lassen wir den Abend ausklingen. Marina macht den Barmixer.

 

24.08.2010 Das Wetter ist weiter windig, es regnet aber nicht. Wie ursprünglich geplant, bleiben wir einen weiteren Tag. Marina und ich nutzen den Tag um eine Fahrradtour nach Hilversum zu unternehmen. Bei viel Sonne und Wind fahren wie nach Hilversum. In der Stadt merkt man vom Wind zum Glück nicht so viel. Zum Shoppen ist es hier ideal. Ein großes Shoppingcenter lässt auch hier keine Wünsche offen. Wir machen Rast und belohnen uns mit einem Kaffee in der Sonne.

 

Am Abend machen wir Sturmgrillen. Der Wind bläßt fast die Kohle aus. Ich grille zum Schluss und vergesse beim Aufstehen, dass es extrem windig ist. Der Stuhl kippt auf den Grill. Fast hätte ich den Hafen abgefackelt. Jetzt ist es etwas unbequem zum Sitzen.

 

25.08.2010 Der Wetterbericht aus Deutschland meldet für die nächsten Tage extrem schlechtes Wetter. Da das Wetter von Westen kommt, wird das auch Holland betreffen. Marina und ich hatten daher beim Frühstück überlegt, von hier aus direkt nach De Klink durchzufahren. Wir fahren erst mal los. Als Tagesziel haben wir einen "Campingplatz" an der Vecht, welcher uns von Bootsfreunden in unserem Heimathafen sehr empfohlen wurde. Wir verlassen also den Loodrechtse Plassen wieder über die Schleuse bei Loenen a. d. Vecht. Es folgen einige kleinere romantische Orte und die Brücken werden problemlos für uns geöffnet. Wir erreichen unser Ziel, die Belangenvereniging ChaletParc de Vechtoever am Vormittag.

 

Da es noch nicht regnet und die Sonne scheint, haben Marina und ich beschlossen hier doch noch die Nacht zu verbringen. Ich nutze die Zeit noch ein paar Roststellen zu beseitigen. Dann werden die Angeln ausgepackt. Abends gehen wir in das Restaurant vom Campingplatz für kleines Geld essen. Es ist gut und günstig. Ein echter Geheimtipp.

 

Leider kommt das schlechte Wetter schon am Abend. Anglerisch allerdings wird es noch ein voller Erfolg. Ich fange zwei schöne Zander. Es ist unser letzter gemeinsamer Urlaubsabend. Darauf stoßen wir an.

 

26.08.2010 Es schüttet wie aus Eimern. Uns reicht es endgültig. Wir wollen "nach Hause" und werden bis De Klink durch fahren. 8-9 Stunden Fahrzeit Petra, Peter und unseren Eltern zu viel. Sie fahren gemeinsam nur bis Almere Haven und gönnen sich noch einen Abend im "Pannekoekschip". Wir brechen früh auf und Peter verabschiedet uns in strömendem Regen. Wir fahren den ganzen Tag im Regen. Heute kommen die Scheibenwischer richtig zum Einsatz. Erst kurz vor De Klink wird der Regen weniger. Wir sind froh in De Klink zu sein und nutzen den nächsten Tag um wieder "Klar Schiff" zu machen.